Hohe klimatische Anforderungen an Ausstellungsraum und Kunstlager
Der Erweiterungsbau des Schaulagers der Laurenz-Stiftung in Münchenstein dient künftig als zusätzliche Ausstellungsfläche und Kunstlager für das Ausstellungsgut und hat dementsprechend hohe Anforderungen an die vorherrschenden klimatischen Bedingungen. Erschwerend kommt hinzu, dass in dem Gebäudeteil auch Veranstaltungen mit vielen Gästen stattfinden werden.

Dynamisch-thermische Simulationen
EK Energiekonzepte AG hat mittels dynamisch-thermischer Simulationen überprüft, ob die geplante Haustechnik (Heizung/Kühlung über TABS, Lüftung mit vollkonditionierter Zuluft) die Einhaltung der zulässigen Grenzwerte für Temperaturen und Luftfeuchtigkeit ermöglicht und ob weitere Massnahmen nötig sind.
Dynamisch-thermische Simulationen helfen dabei, Veränderungen der Raumkonditionen bei variierenden Bedingungen (Belegungen, Aussenklima, etc.) und unter Einbezug der Haustechniksysteme zu verstehen. Das thermische Verhalten von Räumen kann dabei über die Zeit hinweg (dynamisch) analysiert werden.

Computational Fluid Dynamics (CFD)
Mittels CFD-Simulationen wurden die Luftströmungen und Temperaturen im Atrium und im Kunstbereich im EG in verschiedenen Szenarien analysiert. Im Gegensatz zu thermischen Simulationen können CFD-Simulationen auch lokale Temperaturunterschiede oder Strömungsverhalten innerhalb des Raums detailliert abbilden, aber in der Regel nur für einen ausgewählten Zeitpunkt. Im Atrium wurde zusätzlich geprüft, ob Kaltluftabfall an den überhohen Dreiecksfenstern auf die ausgestellte Kunst im UG auftritt.

Anpassungen und Optimierungen
Speziell beim vorliegenden Projekt war die Zusammenführung von dynamischen und CFD-Simulationen. Vorgeschlagene Anpassungen und Optimierungsmassnahmen wurden am Modell überprüft – wie beispielsweise die Platzierung der raumhohen Raumtrenner und deren Auswirkungen auf die Raumdurchströmung. Relevant waren auch die Ergebnisse bezüglich Luftmengen und Wärmeeinträgen durch Besucher:innen im Fall eines sommerlichen Events, um Raumkonditionen von max. 21 °C über eine gewisse Dauer der Veranstaltung einhalten zu können.